Bleib weg vom offenen Fenster!
2005-05-16
10:27 p.m.
Ich habe "Hotel New Hampshire" gelesen. Verschlungen. Aufgesaugt.
Irving bringt mich immer dazu ein tolles Buch schreiben zu wollen, ein richtig tolles! Manchmal will ich nicht realistisch sein, denn wenn ich das bin, dann weiß ich, dass ich das nie schaffen werde. Wenn ich realistisch bin, dann werde ich in meinem Leben wohl immer nur den Versuch einer großartigen Idee abliefern können und Irving wird nie von mir erfahren.
Vielleicht sollte ich darüber schreiben?! Über den Versuch einer großartigen Idee.
Ich Träumerin!
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Gedankenspiel
2005-04-22
3:09 p.m.
"Sie sind eine sehr auf Sachlichkeit bedachte junge Dame, die immer versucht Kritik in nette Worte zu packen, was ich sehr gut finde. Der Ton macht die Musik! Und was sie gesagt haben, werde ich mir mit Sicherheit noch einmal durch den Kopf gehen lassen."
Ich werde mir Ihre Worte auch durch den Kopf gehen lassen!
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Puppenspielerin
2005-04-17
10:19 p.m.
Das Ziel ist nahe. Noch eine Woche Schule und dann nie mehr. Ich hätte erwartet, dass es mich mehr trifft, dass ich Angst haben würde. Aber die Gefühlsausbrüche sind ausgeblieben. Es fühlt sich gar nicht so merkwürdig an erwachsen zu werden. Wenn man das als erwachsen bezeichnen kann. Diese kühle Gleichgültigkeit, die ich mir immer wie einen Mantel umgelegt hatte ist zu meiner zweiten Haut geworden und ich bedauere es nicht. Ich bedauere es nicht mich nie so gezeigt zu haben, wie ich bin, bedauere es nicht, dass alle mich für arrogant und kalt halten. Für sie bin ich das alles, für sie bin alles was sie nur wollen. Ich bin ihr Theater, ihre Schauspielerin, ihr Stück. Und ich lache darüber. Sie sind mir alle so egal, dass ich nicht einmal die Energie verschwende sie zu hassen.
Ich werde hinaus gehen und keinen Blick zurück werfen und ich werde meinen Kopf in die Sonne recken und mich gut dabei fühlen.
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Steppenwölfin
2005-04-07
12:13 p.m.
Im, wie immer überfüllten Wartezimmer der Augenärztin zu sitzen und den Steppenwolf von Hesse zu lesen fühlte sich merkwürdig an. Ich kam mir selbst ein bisschen fremd in dieser "Welt" vor in der es nach Mensch roch und nach Dummheit und nach Verzweiflung. Ich hab es noch nie so unangenehm dort empfunden. Den Steppenwolf mag ich nicht, er ist mir zu aufdringlich leidend und das Buch hat keine Handlung. Ich weiß, dass ich es mögen sollte, aber ich tu's nun mal nicht, ich Kunstbanause ich. Ich möchte Irving lesen, aber das werd ich nicht tun, bis ich meine "Pflichtliteratur" durch habe. Dazu gehört auch noch Grass, vor dem ich Angst habe, weil Irving ihn so liebt und ich nicht enttäuscht sein will, den ich aber auch aus demselben Grund lesen will. Hach ich bin so zerissen, hörst du Steppenwolf, du musst dich nicht so aufspielen, zwei Seelen wohnen ach auch in meiner Brust! Pfff...
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Die Abendsonne
2005-02-20
4:53 p.m.
Ich mag die Abendsonne, sie taucht alles in ein so wunderbar kitschiges goldenes Licht. Es ist eine besondere Abendsonne heute, eine wahrhaft sonntagliche. Sie hat schon etwas erhabenes und man merkt ihr an, dass sie bewundert werden will. Fast könnte man glauben, es wäre schon Frühling. Aber auf allem liegt noch ein sanfter Schleier des Winters. Ich muss grade an Fausts Osterspaziergang denken, wo sich Frühling und Winter als Gegener gegenüberstehen - ich glaube dieses Jahr wird es nicht so. Es kommt mir eher vor, als würde der Winter langsam seine Sachen zusammensuchen und die Schlüssel übergeben. Ich glaube nicht, dass er dieses Jahr viel Lust auf einen Kampf hat.
Ja ich mag die Abensonne, weil sie so zärtlich ist und die Welt für einen kleinen Augenblick anzuhalten vermag - bevor sie hinter den Dächern der Stadt verschwindet.
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Traumfängerin
2005-02-05
11:45 p.m.
Ich hatte vor 2 Tagen einen sehr merkwürdigen Traum, der mich ein Jahr in die Vergangenheit geschleudert hat und doch unglaublich nah war.
Ich habe grade meine Einträge vom letzten Jahr durchgelesen. Alles sehr seltsam. Alles kommt mir gleichzeitig nah und fern vor, Ich blicke eindeutig in die Zukunft, aber waerum lächeln mich Festzen der Vergangenheit an? Mein kleines Monster ist übrigens brav in dieser geblieben, obwohl ich grade von ihm erwartet hätte, dass es sich an meine Versen heftet.
Mein Rücken tut mir weh, könnte es daran liegen, dass ich zu viel geschleppt hab?
Wir sind mit mehr Koffern von meinem Onkel zurück gekommen, als wir mitgenommen hatten und nicht in allen waren unbedingt Kleider.
Ein müdes Schäfchen
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